Leichter-als-Luft-Technologie Innovations- und Anwendungspotenziale

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Das Büro für Technikfolgenabschätzung (TAB) beim Deutschen Bundestag veröffentlichte mit seinem Arbeitsbericht Nr. 97 (siehe PDF-Dokument rechts) vom November 2004 eine Studie über die Potenziale der Leichter-als-Luft-Technologie. Der Bericht beginnt mit der geschichtlichen Entwicklung und beschäftigt sich, ausgehend davon, dass diese Technologie von einem Optimierungsstadium, wie es in der allgemeinen Luftfahrt erreicht ist, noch relativ weit entfernt ist, mit dem Forschungs- und Entwicklungsbedarf (Hüllenmaterialien, Struktur und Konstruktion, Antriebstechnologien und Steuerung, Traggasmanagement, Bordsysteme).

Einsatzfelder und Marktpotenziale sieht die Studie im Bereich Werbung und Tourismus als „Mitnahmemarkt“ bei bereits bestehenden Systemen. Als besonders zukunftsträchtig werden Stratosphären-Plattformen für Telekommunikation und Überwachungsaufgaben sowie der Cargo-Markt gesehen.  Für die einzelnen Einsatzbereiche wird die Konkurrenzsituation analysiert, im Anhang werden auch einzelne Projekte und Entwicklungsstadien erwähnt (z.B. auch HGZ129, SkyCat, Walrus, CargoLifter). 

Als Markthemmnisse werden primär die hohen Entwicklungskosten und das hohe Risikopotenzial genannt. Wichtige benötigte Technologien wären noch relativ weit von der Einsatzreife entfernt. Die Tatsache, dass die USA in diesem Feld eine Reihe von offenbar aufeinander abgestimmten militärischen Entwicklungsprogrammen betreibt, lässt vermuten, dass das Thema eine hohe Priorität erhalten hat. Viele Experten erwarten, dass eine militärisch getriebene Basisentwicklung einen Technologie-Push auslösen könnte, der auch der zivilen Anwendung der LaL-Technologie neue Perspektiven eröffnet.

Auch auf die Möglichkeiten der LaL-Technologie in sich entwickelnden Ländern wird eingegangen, ebenso auf Umweltaspekte.

Im Ergebnis der Studie geht es um Empfehlungen für die staatliche Unterstützung der LaL-Technologie. Dabei wird der Aufbau einer „Leichter-als-Luft-–Forschungs- und Entwicklungsstelle und die Intensivierung des wissenschaftlichen Austauschs in Deutschland aber auch weltweit empfohlen.

Im CargoLifter-Projekt ist Forschung und Entwicklung intensiv betrieben und das Know-how zur LaL-Technologie in vielen Punkten entscheidend erweitert worden. Das Büro empfiehlt, dieses Wissen – soweit möglich – zu sichern und aufzubereiten; die Ergebnisse sollten der Öffentlichkeit zugänglich sein.

Es wird angeregt, verlässliche Regeln und Standards zum Betrieb von Luftschiffen zu erarbeiten, die momentan nur rudimentär existieren.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass unter der Bedingung, dass die Technologieführerschaft Deutschlands auf diesem Gebiet erhalten werden soll. Zu prüfen wäre, ob die öffentliche Hand ein Förderprogramm auflegen sollte, um die technologische Machbarkeit insbesondere von Stratosphärenplattformen und Luftschiffen zum Schwerlasttransport zu demonstrieren sowie den Bau von Prototypen voranzutreiben.

Um realistische Aussichten auf Erfolg zu haben, müsste eine solche Förderstrategie langfristig ausgerichtet sein, mit einer Zeitperspektive von 10-–15 Jahren. Das Gesamtvolumen eines solchen Programms sollte über die gesamte Laufzeit bei 300-–400 Mio. Euro liegen. Vertretbar wäre dies allerdings nur, wenn gleichzeitig in erheblichem Umfang industrielle Eigenmittel mobilisiert werden könnten.

Obwohl diese Studie nicht alle Aspekte behandeln kann, gibt sie unserer Meinung nach einen wichtigen, wenn auch teilweise etwas zu skeptischen Überblick über den wirtschaftlichen und technischen Stand und die Perspektiven der LAL-Technologie.